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Sie staunten nicht schlecht, die Abiturent(inn)en vom September 1966. Da, wo in der Säulenhalle auf Schulfesten und den legendären Cola-Bällen getanzt und gefeiert wurde, steht die aus Brandschutzgründen in den Sommerferien eingehauste Treppe zu den Physik- und Chemieräumen im ersten Stock.

treppe eingehaust

Zwei Säulen sind noch links und rechts zu erkennen.

Barbara Spies für die Schulleitung und Peter-Jörg König begrüßten 32 (von 54) Ehemalige im Forum der Halepaghen-Schule.

Frau Spies schildert die Entwicklung der Schule in den letzten Jahrzehnten. Waren es 1966 noch 600 Schülerinnen und Schüler, so sind es heute 1200. Maximal waren es 1500 und momentan gehen die Schülerzahlen durch verstärkte Anmeldungen für die fünften Klassen und die Wiedereinführung des 13. Jahrgangs auf 1400 zu.
Beeindruckend sind auch die vielen Auszeichnungen und Titel der Schule: Exzellenzlabel CertiLingua, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SoR-SmC), Auszeichnung als MINT-freundliche Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), Schule mit mehrsprachigem Profil, Europaschule, Comenius-Schule ...

Herr König, Leiter im Ehemaligen-Verein der HPS, erinnert sich an seinen ersten Deutschkurs, den er 1966 zum Abitur führte. Das war aber gleichzeitig auch der Beginn der „Formierten Prima“, mit der die Halepaghen-Schule bundesweit und später auch weltweit Geschichte geschrieben hat. In diesem Kurzschuljahr von März bis September 1966 wurden alle Klassen aufgelöst und die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Kurse und damit auch die Lehrerinnen und Lehrer frei wählen. In den folgenden Jahren wurden die Jahrgänge 12 und 13 gemeinsam in Kursen unterrichtet.
Frau Spies ergänzt, diese Tradition werde heute weiter geführt. Die Schüler können gemäß der Oberstufenverordnung Kurse und auch so weit möglich auch die Lehrer frei wählen.

Peter-Jörg König, 1963 als Assessor an die HPS gekommen, führte das Hauptprotokoll bei der Erarbeitung des Buxtehuder Modells. Hatte die Gesamtkonferenz das Konzept eines Kurssystems noch abgelehnt, sei es dem Schulleiter Dr. Güthling in vielen Einzelgesprächen gelungen, das Konzept im Kurzschuljahr 1966 erstmals durchzusetzen („Sie, liebe Kollegin, sind doch eigentlich prädestiniert, einen Kurs in der Formierten Prima zu halten.“).

Als Zeitzeuge berichtet Herr König von der Entstehung des Gemeinsamen Ausschuss (GA) mit zehn Lehrern, zehn Schülern und zehn Eltern, die über schulische Belange entscheiden konnten.
Als die Studentenunruhen 1968 die HPS erreichten, habe es dazu geführt, dass die Schüler selbst das Buxtehuder Modell in Frage stellten, weil sie daran zu wenig mitgearbeitet hätten und sie eine ganz andere Schule haben wollten.

Als außerordentlich positiv habe er das Tutorensystem empfunden, weil da sehr gut zwischen den Ansprüchen der Schüler und den Ansprüchen der Lehrer vermittelt werden konnte.

Abi66 Pyramide
→ Zum Vergrößern bitte anklicken!

Die "Formierte Prima" in Buxtehude gehört zur Zeitgeschichte und viele Quellen sind noch zugänglich.
→ [1] Das »Buxtehuder Modell« (1966). PDF – mit freundlicher Genehmigung des Autors Joachim Detjen
→ [2] Schulbesuch freiwillig. 27. Okt. 1967; ZEIT ONLINE
→ [3] Die HPS schrieb Schulgeschichte  → HPeXZigaretten1966

Das nebenstehende Bild, entnommen aus [1], zeigt den Zeitgeist. Fürs Foto bekamen die Schüler Zigaretten angeboten. Zur Zeitgeschichte gehören auch die Quellen [5] und [6].

→ [5] Prof. Jürgen Oelkers "Schule vor und nach 50 Jahren (siehe dort Kap. 6)
→ [6] Johannes Güthling. Pastorensohn, "gottgläubiger Nationalsozialist, Schulreformer von Hans-Jürgen Döscher

1969 wurde das Buxtehuder Modell als Schulversuch genehmigt und am 7. Juli 1972 wurde ein →Kurssystem auf Beschluss der KMK im gesamten Bundesgebiet eingeführt.

schulhof1 schulhof2

Beim anschließenden Rundgang durch die Schule zeigte Frau Spies den naturnah geplanten Spielplatz für die Unterstufe.

bibliothek

In der Bibliothek seien Sitzgelegenheiten und Regale für die Kleinen angepasst und altersgemäße Literatur angeschafft worden.

raum c9

Der Raum c9 ist Klassenraum gewesen.

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 Die Einhausung vor dem Chemieraum. Drinnen hat sich nicht viel geändert. Einige suchten nach Spuren aus ihrer Schulzeit an den Holzschränken.

Erfreut nahmen die Ehemaligen das Zeugnis der besonderen Reife aus den Händen von Frau Spies entgegen und gut gelaunt ging es zu Fuß zum Kulturforum am Hafen.

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Ein Teilnehmer war im Schulgebäude zurück geblieben und hatte einen stummen Alarm ausgelöst. Die mit Blaulicht ankommende Polizei konnte ihn aber schnell befreien. (siehe unten!)

Auf dem Weg durch die Buxtehuder Altstadt fielen den Auswärtigen die zahlreichen baulichen Veränderungen rechts und links vom Fleth auf. So mancher musste mit Bedauern feststellen, dass die Lokale nicht mehr existierten, in denen sie sich vor 50 Jahren trafen um zu feiern. Was ist eigentlich aus dem „Pferdestall“ geworden? Aber eine so lebendige Szene mit den zahlreichen Straßencafes, Eisdielen und Boutiken hatte es damals auch nicht gegeben! Selbstverständlich auch noch keine Fußgängerzone und einen „Kreisel“!

Vor dem Kulturforum warteten schon drei ehemalige Lehrer auf ihre Abiturienten. Hartmut Weber (Mathematik, Physik), Otto Demann (Englisch, Französisch) und Joachim Lucius (Latein) waren unserer Einladung gerne gefolgt. Das Wiedersehen und Wiedererkennen klappte erstaunlich gut. Wie es sich für gute Lehrer gehört, hatten sich unsere „Oldies“ mit Hilfe unserer Einladung bestens vorbereitet – es lag eine aktuelle Namens- und Adressenliste bei. Später wurde gemunkelt, dass Herr Demann sogar noch in den Notenbüchern von 1966 geblättert hatte, die er immer noch aufbewahrt? Leider mussten Herr Dr. Wegel und Herr Rall noch kurzfristig absagen. Sie hatten sich sehr über unsere Einladung gefreut und bis zuletzt gehofft, kommen zu können. Ihre Grüße wurden an alle Anwesenden übermittelt und mit großem Bedauern entgegengenommen.

Im Laufe des Nachmittags erschien dann auch noch Frau Wilde, die von den ehemaligen Teilnehmern ihres Gemeinschaftskundekurses schon erwartet wurde. Nicht zu vergessen natürlich Peter-Jörg König, der nach seinem kleinen Abenteuer mit der Buxtehuder Polizei inzwischen seinen Humor wiedergefunden hatte!

In der Galerie des Kulturforums waren die Tische für uns festlich eingedeckt und sogar mit farblich passendem Tischschmuck versehen. Vielen Dank noch einmal an Thorsten Zick und sein Team und die beiden Damen, die im Bistro ehrenamtlich für uns gesorgt haben! Das hervorragende italienische Büffet wurde uns vom Abthaus in Buxtehude geliefert. Im Abthaus hatten wir uns übrigens nach 25 Jahren und in kleinerem Kreise nach 45 Jahren schon einmal getroffen.

Dr Hinrichs

Von beiden Treffen hatte Jürgen Reimers eine Vielzahl von Fotos mitgebracht, die per Diashow auf seinem Laptop zu sehen waren. Außerdem gab es noch private Fotos – natürlich in Schwarzweiß – und das eine oder andere Dokument aus der Schulzeit.

Es gab also Gesprächsanlässe genug und der Nachmittag verging bei intensiven und launigen Gesprächen in wechselnden Runden wie im Fluge. Gegen 18 Uhr war unser Treffen für dieses Mal zu Ende. Die Teilnehmer gingen mit dem Versprechen auseinander, die alten und neu geknüpften Kontakte nicht abreißen zu lassen. Wir freuen uns daher schon auf weitere Treffen, vielleicht in zwei Jahren? Dann hoffen wir, dass auch diejenigen teilnehmen können, die dieses Mal verhindert waren!

 

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