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Teilnahme an der Deutschen Schülerakademie Grovesmühle 2014

 

„Das Gemeinwohl ist einer der Grundbegriffe in der politischen Auseinandersetzung. Aufgrund seiner positiven Konnotationen stellt es einen beliebten Orientierungspunkt für Reden und Diskussionen dar; die Berufung auf das Gemeinwohl soll Zustimmung erzeugen. Bei näherer Betrachtung schrumpft das große Argument – einem Scheinriesen gleich – jedoch auf minimale Substanz zusammen. Es gilt: „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig", wie Johann Sebastian Bach es in einer seiner Kantaten vertonte."1

(1Behrens, Philine / Kleine, Rüdiger: „Gemeinwohl als politisches Argument", Dokumentation der Deutschen Schülerakademie Grovesmühle 2014) 

Unter diesem Kurstitel haben wir uns bei der Deutschen Schülerakademie 2014 im Internat Grovesmühle im Harz während der Sommerferien zwei Wochen lang auf die Spurensuche nach unterschiedlichen Gemeinwohlauffassungen begeben. Als ich im Mai die Zusage zusammen mit einem Auftrag zur gründlichen Lektüre eines 672 seitigen Readers sowie zur Vorbereitung eines Kurzreferats im „genuinen Stil" erhielt, zweifelte ich zunächst an der Entscheidung, vor dem bevorstehenden Abijahr noch eine Powerlernphase voller intellektueller Herausforderungen einzuschieben.

Auf der Akademie angekommen, relativierte sich diese Skepsis aber sofort durch den einmaligen Spirit, der sich unter den in sechs verschiedene Kurse eingeteilten 90 Teilnehmern blitzschnell verbreitete, vor allem durch die unerwartet lockere Atmosphäre, die trotz anstrengender Kursarbeit vorherrschte.
Wir hatten das große Glück, uns unter der professionellen Leitung von Dr. Georg Eckert, Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Wuppertal, und Jens Müller, parlamentarischer Referent eines Europaabgeordneten, auf eine Reise durch die Zeit zu begeben, um verschiedene Gemeinwohltheorien genauer zu analysieren.

Von Aristoteles, über Niccolo Macchiavelli, Thomas Hobbes, Bernard Mandeville, J.W. Stalin, William Penn und Victor Hugo haben wir uns systematisch und akribisch Zeile für Zeile durch die Texte durchgearbeitet und uns dabei immer wieder folgende Fragen zur Orientierung gestellt:

  • Auf welche Gemeinschaft ist das Gemeinwohl ausgelegt? Stalin beispielsweise, bezieht sich dabei lediglich auf das Proletariat.
  • Welches Ziel soll erreicht werden? Während Aristoteles für die Glückseligkeit der Individuen plädiert, zählt für Bernard Mandeville in erster Linie der materielle Wohlstand.
  • Wie soll dieses Ziel erreicht werden? Aristoteles rückt dabei die Tugendhaftigkeit und Selbstgenügsamkeit in den Fokus, Mandeville jedoch die Lasterhaftigkeit – denn für die Wirtschaft wäre es abträglich, wenn wir auf jeglichen Luxus verzichten würden.

Durch diese teils konträren Auffassungen der Verfasser haben wir immer wieder überraschende Erkenntnisse gewonnen, die wir bei der sogenannten Rotation den Teilnehmern aus anderen Kursen in einem einstündigen Vortrag vorstellen mussten, wobei unsere Präsentiertechniken genauer unter die Lupe genommen wurden.

Während andere Kurse den Vortrag tagelang im Voraus vorbereitet hatten, stellten unsere Kursleiter uns lediglich ein paar Stunden zur Verfügung – mit einer physikalischen Formel als Begründung, die da lautet: Leistung = Arbeit / Zeit.

Im Nachhinein bin ich den beiden sehr dankbar dafür, denn dadurch ist mir bewusst geworden, wie viel Zeitersparnis es bringt, wenn man sich wirklich nur auf das Wesentliche konzentriert.

DSA2014-01

Diese Formel ging mir erneut durch den Kopf, als wir die Verhandlung über die Verfassung des Deutschen Kaiserreiches von 1870 simuliert haben und ich in der Journalistenrolle einen Artikel darüber verfassen sollte - unter der Bedingung, ihn innerhalb von zehn Minuten nach der Debatte druckreif fertigzustellen.

Meine persönlichen Grenzen habe ich allerdings stärker bei der Erstellung der Dokumentation zu spüren bekommen. Diese umfasst die Arbeitsergebnisse aller Kurse einer Akademie und wurde gegen Ende in nächtelanger Arbeit von den Teilnehmern in Partnerarbeit verfasst. Unsere Kursleiter haben diese so lange korrigiert und kritisiert, bis wir entweder um zwei Uhr nachts kurz vor einem Nervenzusammenbruch standen und deswegen die gefühlt hundertste Version am nächsten Tag fortführen durften – oder bis wir erstmals durch den Rotstift hindurch die schwarzen Buchstaben erkennen konnten. So wurden wir zu besonders effizientem Arbeiten angestachelt, was nach zwei Wochen chronischen Schlafmangels eine echte Herausforderung darstellte.

Potentielle Ruhephasen waren im Nullkommanichts mit Freizeitprogramm angefüllt, da neben der Kursarbeit zahlreiche kursübergreifende Aktivitäten (kurz: KüAs) angeboten wurden – sowohl von Kursleitern als auch von Teilnehmern. Deren Ankündigung geschah meist spontan im morgendlichen Plenum, wo sich alle versammelten. So ergab es sich, dass wir einmal eine „Streberfoto-KüA" vorgeschlagen haben, um das „Strebercamp-Image" der Akademie auf die Schippe zu nehmen.

DSA2014-03

Natürlich gab es auch seriöse KüAs, bei denen deutlich wurde, wie bereichernd es sich auf eine Gemeinschaft auswirkt, wenn jeder aktiv seine individuellen Talente und Fähigkeiten einbringt. Beim Standardtanzen beispielsweise, haben wir uns gegenseitig Schritte beigebracht und für den Kleinkunstabend eine Choreographie erarbeitet.

Des Weiteren hat mir das Musizieren im Akademiechor, und -orchester, dessen Höhepunkt ein Konzert in der örtlichen Kirche darstellte, sehr gefallen. Beim Anbieten der Russisch-KüA war ich überwältigt vom großen Interesse und der schnellen Auffassungsgabe der Teilnehmer.

Rückblickend ist es erstaunlich, mit welch' großer Spontaneität wir einzelne Events auf die Beine gestellt und uns persönlich auf ganz neuen Gebieten ausprobiert haben. So hat unser Cheerleading Team beim Volleyballturnier sein Glück mit Hebefiguren versucht.

DSA2014-02

Bei der Organisation und Moderation der „Nerdnight" (des Abschlussabends), ist mir schlagartig bewusst geworden, wie sehr mir die inspirierende Atmosphäre, das Akademiefeeling, die neu gewonnenen Freundschaften fehlen würden und die Analyse des Gemeinwohls fehlen würde, jedoch begleitet mich vieles von dem jetzt im Alltag:

Immer wenn ich das Wort „Gemeinwohl" in Zeitungsartikeln lese, bin ich sofort alarmiert, denn es bleibt ohne substantielle Definition, entfaltet aber eine bedeutende Orientierungsfunktion, indem es politische Akteure dazu zwingt, deutliche Bezugspunkte zu setzen – deswegen lohnt es sich, auf diesem Gebiet immer weiter zu forschen.

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