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vom 21.02.2019 11:20

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An unserem Erasmus-Projekt nehmen 4 weitere Schulen aus den Ländern Italien, Schweden, Polen und Ungarn teil. An jeder Schule findet ein Treffen statt, bei dem dann Konzepte für Unterrichtsstunden entworfen werden, die später im Rahmen einer Infokampagne an den einzelnen Schulen gehalten werden. Die ungarische Schule war für das Thema 'Kulturelle Vielfalt' zuständig.

Am Flughafen in Budapest wurden wir von unseren Gastfamilien begrüßt; da wir unsere Austauschpartner bereits von dem Projekttreffen in Buxtehude kannten, wussten wir ungefähr, auf wen wir treffen würden und es war von daher einfach ein schönes Wiedersehen. Den Abend verbrachte jeder in seiner Gastfamilie und schon im Auto lernten wir gleich ein paar ungarische Wörter wie Hallo=Szia (ausgesprochen 'see ya') oder Danke= Köszi (ausgesprochen 'Kössi'). Wir alle wurden sehr herzlich aufgenommen und ich durfte gleich die in Ungarn beliebten und bekannten palacsinta (Pfannkuchen) probieren. Anders als bei uns wurden die nicht nur mit Nutella o.ä. gegessen, sondern zusammen mit einer Art Mascarpone. Was auf jeden Fall sehr weiter zu empfehlen ist!

Am nächsten Tag wurde das Projekttreffen, in der Schule offiziell eröffnet.

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Dort lernten wir auch zum ersten Mal alle Schüler der anderen Schulen kennen, weil sich jedes Land mit einer Präsentation vorstellte. Zudem zeigte der Schulchor mit der Europahymne „Ode an die Freude“ von Beethoven sein Talent, die wir danach auch als 5-stimmingen Kanon (jedes Land jeweils in seiner Sprache) gesungen haben.

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Anschließend stand eine Tanzstunde mit traditionell ungarischen Volkstänzen auf dem Programm.

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Nach einer kleinen Vorführung mussten wir selber ran und tanzten alle in einem großen Kreis. Man kam auf jeden Fall ins Schwitzen, aber es hat auch einfach sehr viel Spaß gemacht und war für uns eine ganz neue Erfahrung. Nach einer kurzen Pause war es Zeit für unseren Lieblingsprogrammpunkt: ein internationales Buffet. Jede Schule brachte Leckereien aus ihrem Land mit. Auf dem deutschen Tisch durften da z.B. Brezeln und Kinderriegel natürlich nicht fehlen.

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Aus Schweden gab es beispielsweise Marabou-Schokolade, aus Polen Würstchen, aus Italien Parmesanbrot und aus Ungarn das Nationalgericht Gulasch, das übrigens, wenn man es genau nimmt, 'Gujasch' ausgesprochen wird.
Es folgten die ersten Vorträge der Woche. Ádám Mezei erzählte uns zum Beispiel mehr über die Geschichte und Traditionen der Sinti und Roma, von denen er selber abstammt.
Den Nachmittag verbrachten wir eigenständig mit unseren Austauschpartnern in Budapest und besuchten z.B. die Budapester Synagoge oder gingen zur Kettenbrücke.

Dienstag begann der Tag mit einem Ungarischunterricht, der von den Schülern organisiert wurde und in dem man sich spielerisch Punkte erarbeiten konnte. Da die Sprache sich komplett von den romanischen und germanischen Sprachen unterscheidet, war es sehr interessant und man hat sich durch die ungewohnte Lernsituation viel mehr gemerkt. Die meisten Wörter sind fest in mein Gehirn eingebrannt und ich werde sie wohl so schnell nicht mehr vergessen.

Ein großer Teil des Programms in Budapest bestand aus Projektarbeit, die wir eigentlich jeden Tag gemacht haben. Bei dieser Projektarbeit wurden in verschiedenen Gruppen z.B. Unterrichtsstunden, Outdoorspiele und Plakate zum unserem Thema der kulturellen Vielfalt erstellt.
An diesem Tag führte uns eine Fremdenführerin durch die Stadt.

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So lernten wir Budapest das erste Mal so richtig kennen. Kleine Highlights waren das Probieren von Gebäck in einer alten Markthalle oder auch die Fährfahrt über die Donau, bei der man wunderbar das Parlament bestaunen konnte.

In den nächsten Tagen hatten wir jeden Morgen Projektarbeit, weswegen wir in der Schule den Kaffeeautomaten lieben gelernt haben, der uns täglich mit köstlichem und günstigem Kaffee versorgte. Die HPS könnte sich da auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden.
Zwischendurch gab es aber zum Beispiel am Mittwoch Souvenirmalerei in typisch ungarischem Stil, bei der wir kleine Holzschachteln oder Anhänger selber bemalt haben.

Am Donnerstag standen alternativ ein Ausflug zur Aquaworld oder in die Budapester Innenstadt mit anschließendem Besuch einer Konditorei an.

Freitag hatten wir vor der Projektarbeit Unterricht in internationalen Gruppen, in dem Lehrer aus den teilnehmenden Schulen, bei mir z.B. ein schwedischer Lehrer und eine italienische Lehrerin, eine Stunde zu einem Thema ihrer Wahl gaben. Dies war auch der letzte Tag der Projektarbeit, da wir gleichen Tag schon unsere Ergebnisse der Gruppenarbeiten präsentieren sollten und der „offizielle“ Abschluss stattfand. Für unseren ersten Platz in einem Quiz zu Plakaten über Kulturvielfalt in den verschiedenen Ländern, die zuvor von jedem Land zu Hause erstellt worden waren, durften wir uns über einen sehr leckeren Kuchen freuen.

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Am Samstag gab es als besonderen Programmpunkt noch einen Ausflug in das Domony-Tal zu einem großen Pferdehof bzw. Tierpark, in dem uns eine besondere Art von Reitshow geboten wurde. Die Artisten trugen traditionell ungarische Kleidung und saßen nicht auf den Rücken der Pferde, sondern standen auf ihnen.

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Zudem wurde über Lautsprecher etwas über die ungarische Reitkultur erzählt. Und da ein bestimmtes Gericht in Ungarn nicht fehlen darf, aßen wir auf dem Hof auch noch (gefühlt zum 10ten Mal) Gulasch, das aber sehr gut war.

Am schönsten waren für mich die Nachmittage in Budapest, an denen wir immer in gemischten Gruppen unterwegs waren und zusammen sehr viel Spaß hatten. Gerade weil wir aus unterschiedlichen Kulturen, war der Austausch darüber immer sehr witzig und interessant. Wir brachten uns gegenseitig Vokabeln oder auch Schimpfwörter in den einzelnen Sprachen bei. Selbst auf Pippi Langstumpf sind wir im Gespräch mit den Schweden gekommen und fanden es lustig und ungewohnt, die Titelmusik in der jeweils anderen Sprache zu hören. Wir lernten auch, dass Michel aus Lönneberga gar nicht Michel heißt, sondern Emil. Wir gingen an der Donau spazieren, tranken den besten Kaffee der Stadt, waren beim besten Mexikaner, bei dem ich je war, erlebten die Stadt bei Nacht, waren im Kino, machten die Läden unsicher, tanzten in Salsa-Bars und erlebten den wohl schönsten Sonnenuntergang überhaupt.

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Am Sonntag, genau eine Woche nach unserer Ankunft, hieß es leider auch schon wieder Abschied nehmen. Viele waren noch müde von der Abschiedsparty in der Nacht zuvor, die uns alle noch enger zusammen schweißte und den Abschied nur noch trauriger machte. Trotzdem freuten wir uns auf Zuhause und darauf, wieder in unserem eigenen Bett zu schlafen. Und natürlich von unseren tollen Erlebnissen dieser wunderbaren Woche zu erzählen, da man bei so einem Treffen eine Stadt und seine Menschen auf eine ganz andere, ganz besondere Art kennenlernt.

Text: Lilith Tiedemann Fotos: Melina Thomzik

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